Marlies

Krämer

© Zeitzeug:innen im Saarland

Marlies Krämer blickt auf ein bewegtes Leben zurück: Die anfänglichen Tiefen prägten sie und trugen dazu bei, dass sie sich in der Gesellschaft für Frauen und die Gleichberechtigung sowie umweltpolitische Themen stark macht.

Maria Elisabeth „Marlies“ Krämer wurde am 28. Dezember 1937 in Illingen geboren.

Ich war voller Ängste, dass ich auch soetwas bekommen könnte, obwohl ja viele Maßnahmen getroffen wurden.

Marlies Krämer über die Polio-Epidemie

Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss sie die Volks- und Hauptschule ab und besuchte die Haushaltsschule. Danach machte sie eine Lehre als Verkäuferin, nachdem ihr Vater sich gegen ihre weitere Bildung aussprach.

Sie studierte später (1988-1996) dennoch als Gasthörerin 12 Semester Soziologie, durfte aber mangels Abitur keine Abschlussprüfungen absolvieren.

1958 erfolgte die Heirat und der Umzug nach Wittlich nahe Trier, wo sie als Zuschneiderin und Verkäuferin arbeitete. Wenig später starb ihr Ehemann und sie zog zurück in ihre Heimat. Als Küchenhilfe in der Mensa der Universität des Saarlandes versuchte sie die fünfköpfige Familie über Wasser zu halten.

In dieser schwierigen Zeit lernte sie ihren Lebenspartner Günther Meyer kennen, der sie über 40 Jahre begleitete. 

1981 erfolgte Krämers Eintritt in die SPD, 6 Jahre später wurde sie als Stadträtin in den Stadtrat Sulzbach gewählt, wo sie bis 1994 unter anderem umweltpolitische Sprecherin war.

Damals fing sie an sich für die Gleichberechtigung von Frauen einzusetzen und für die Anerkennung der Erziehung von Kindern als (Ehe-)Frau. In den 1990-er Jahren reichte sie beispielsweise einen Antrag ein die Anreden auf Reisepässen um eine feminine Form zu ergänzen. 

2008 war sie eine der Mitbegründer:innen der Partei Die Linke in Sulzbach, deren Ehrenvorsitzende sie bis heute ist.

2020 wurde sie mit dem Marie-Juchasz-Frauenpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet, hat in einigen Talkshows mitgewirkt und war Vorleserin in verschiedenen Städten. Daneben schrieb sie selbst Bücher oder war an Publikationen beteiligt.

Ihr Leben inspiriert auch junge Menschen: 2021 feierte der Film "Die Kundin" über den Kampf der Gender-Aktivistin auf einem Filmfestival Premiere.

Noch heute lebt Marlies Krämer in Sulzbach.

 

Lebensstationen

Kindheit und Schulzeit

Besuch Volksschule

Hauptschulabschluss

Ausbildung und berufliche Laufbahn

Ausbildung als Verkäuferin bei ASKO

Tätitgkeiten als Hausfrau, Mutter, Zuschneiderin, Putzfrau und Verkäuferin

1963-1972: Küchenhilfe an der Universität des Saarlandes

Politische Laufbahn

1981: Eintritt SPD

1987-1994: Stadträtin der SPD im Stadtrat Sulzbach

2008: Mitbegründung Partei Die Linke in Sulzbach

 

 

Ehrungen

1997: "Heldin des Alltags" der Zeitschrift EMMA

2016: Ehrenvorsitzende Partei Die Linke Sulzbach

Steckbrief

Geboren:

1937

Geburtsort:

Illingen

Thema:

Gesellschaft, Politik

Funktion:

Politikerin, Frauenrechtlerin

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