Fritz

Ludwig

© Zeitzeug:innen im Saarland

Fritz Ludwig blickt auf ein langes Leben im Saarland zurück. Er hat beide Saarabstimmungen und den Zweiten Weltkrieg miterlebt, sich aktiv an der Verbesserung der Wohnqualität in der Nachkriegszeit durch eine zuverlässige Strom- und Wasserversorgung beteiligt, besaß wechselweise einen deutschen, einen französischen und einen saarländischen Personalausweis und bezahlte in derselben Zeit mit ebenso vielen verschiedenen Währungen.

Friedrich ("Fritz") Ludwig erblickte 1924 in Püttlingen als Friedrich Wendelinus Ludwig das Licht der Welt. Nach Beendigung seiner Schulzeit begann er eine kaufmännische Lehre in einem Saarbrücker Autohaus. 1943 – mit erst 17 Jahren – wurde er in die Wehrmacht einberufen und kämpfte als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Dabei hatte er das Glück aufgrund seiner geringen Körpergröße der Waffen-SS zu entkommen. Er geriet in russische Gefangenschaft, aus der er flüchten konnte, wurde jedoch von den Amerikanern aufgegriffen und erneut gefangen genommen.

"Das schlimmste nach dem Krieg? Viele Vermisste und die Frage, wann kommt wer wieder heim."

Nach Kriegsende zurück im Saarland nahm er seine Arbeit bei dem Saarbrücker Autohaus wieder auf. Aufgrund seines beschwerlichen Arbeitsweges – er musste zunächst von Püttlingen nach Luisenthal laufen, um von dort eine einstündige Fahrt mit der Straßenbahn in die Innenstadt zu absolvieren – wechselte er jedoch 1947 zur Strom- und Wasserversorgung in Riegelsberg.

Zur gleichen Zeit fiel das Saarland unter französische Kontrolle, eine Zeit, an die sich Fritz Ludwig noch sehr gut erinnert.

Dort wurde er aufmerksam auf die desolaten Zustände des Stromnetzes und der Wasserversorgung der Nachkriegszeit und machte sich stark für dortige Verbesserungen. Als 1968 das gesamte Netz an den Versorger VSE verkauft wurde, wurde Fritz Ludwig übernommen und arbeitete bis zum Jahr 1982 im Betrieb ehe er in den Ruhestand ging.

Fritz Ludwig hat sich lange Jahre ehrenamtlich und politisch engagiert und saß zeitweise für die CDU im Stadtverband Saarbrücken.

 

Lebensstationen

Ausbildung und berufliche Laufbahn

1924 in Püttlingen geboren

Kaufmännische Ausbildung

1945 Rückkehr aus dem Krieg nach Püttlingen

Fortführung der beruflichen Tätigkeit bei einem Saarbrücker Autohaus

01.03.1947 Arbeitsbeginn bei der Strom- und Wasserversorgung in Riegelsberg im Bereich Buchhaltung

Berufliche Tätigkeiten und Herausforderungen

1950 Gründung des Zweckverbandes Amtswerke Riegelsberg

ab 1952 Werksleiter: technische und kaufmännische Leitung

Herausforderungen im Beruf: Erneuerung der Hauptwasserleitungen, neue Siedlungen nach dem Zweten Weltkrieg erschließen Erneuerung des Stromleitungsnetzes

Ende 1967 wurde der Zweckverband aufgelöst und das Stromnetz an die VSE verkauft

1968 bis 1982 bei der VSE beschäftigt

 

Hobbys und ehrenamtliches Engagement

Landesvorsitzender der Christlichen Gewerkschaft Öffentlicher Dienst

1974-1979 Mitglied im Standtverbandstag Saarbrücken (CDU)

Tätig für den Pensionärsverein der VSE

1959-1973 Camping Urlaub in Spanien (Das Zelt wurde auf der Saarmesse gekauft)

60 Jahre aktives Mitglied im Männerchor Köllerbach

Steckbrief

Geboren:

1924

Geburtsort:

Püttlingen

Thema:

Politik, Gesellschaft

Funktion:

Angestellter, Politiker

Mediathek

Elektrogerätevorführung auf einer Veranstaltung der VSE

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